Ich packe meinen Koffer und nehme mit...

In unserer Reihe „Ich packe meinen Koffer und nehme mit…“ befragen wir Mitarbeiter des Schlosstheaters  dazu, welche neuen Erfahrungen sie  in der Ausweichspielstätte gesammelt haben, welche Erwartungen sie an die Rückkehr ins Schloss haben oder  – ganz einfach - ohne welche Gegenstände sie die Residenzhalle nicht mehr verlassen wollen. Heute haben wir Tontechniker Timo Müller  zum Thema befragt.

 

Herr Müller, in absehbarer Zeit zieht das Theater mit Sack & Pack zurück ins Celler Schloss. Was packen Sie in Ihren Koffer?

 

„Unsere Abteilung erwartet eher ein „Neueinzug“ als ein Umzug. Im Schloss werden wir eine komplett neue Tonabteilung vorfinden. Alles ist auf dem aktuellsten Stand der Technik - ich hoffe doch, dass sich das auch deutlich in unserer Arbeit bemerkbar machen wird. Von daher werden wir an Gegenständen außer unserem Tonarchiv nicht viel ins Schloss mitnehmen.

Die Residenzhalle wird mir natürlich trotzdem in Erinnerung bleiben. Immerhin ist es uns allen gelungen, mit viel Arbeit und wenig Mitteln einen ganzen Theaterbetrieb auf die Beine zu stellen. Nicht jeder kann von sich behaupten, dass er in einer ehemaligen Panzerhalle ein Theater errichtet hat!“

 

Foto
____________________

Spielzeitheft 2012/2013: http://www.schlosstheater-celle.de/downloads/spielzeitheft-2012-2013.pdf

 

Vorstellung des Spielplans der Wiedereröffnungsspielzeit

Schlosstheater Celle gibt Spielplan 2012/2013 bekannt

Endlich ist es soweit: Das Schlosstheater Celle stellt den lang ersehnten Spielplan der ersten Spielzeit im Celler Schloss nach den Erneuerungen vor. Die Intendantin des Schlosstheaters, Dr. Bettina Wilts, und der Dramaturg Tobias Sosinka freuen sich am 12. April 2012 um 17 Uhr in der Kleinen Residenzhalle den Spielplan der Wiedereröffnungsspielzeit der Öffentlichkeit und der Presse bekannt geben zu können.
Ab dem Tag der Pressekonferenz läuft für das Schlosstheater der sechs Monate andauernde Countdown bis zur Eröffnungspremiere auf der Hauptbühne: Eine Rückumzugskampagne sowie die Entwicklung einer neuen Corporate Identity werden den Zeitraum bis zum Eröffnungswochenende so kurzweilig wie möglich erscheinen lassen. Besucher der Pressekonferenz erwartet nach der Bekanntgabe das druckfrische Spielzeitheft mit weiteren Informationen zu Veranstaltungen rund um den Spielplan. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Der Letzte macht das Licht aus

Immer wenn das Gespräch in Richtung des Celler Schlosses verläuft, zeichnet sich ein Schmunzeln auf dem Gesicht von Gerald Glombik ab:  „Wenn man die Arbeit in der Residenzhalle gewohnt ist, ist das da drüben eine richtige Puppenstube!“

Der gelernte Elektriker begann 1977 als Bühnentechniker im Schlosstheater zu arbeiten und wechselte zwei Jahre später in die Beleuchtungsabteilung.  Mit dem Umzug aus dem Schloss in die CD-Kaserne begann für Glombik eine ebenso spannende wie lehrreiche Arbeitsphase.

„Die Herausforderung der Arbeit in der Residenzhalle besteht vor allem darin, dass sie viel größere Ausmaße hat als der Zuschauerraum im Celler Schloss“, erzählt der Beleuchtungsmeister, der in dieser Spielzeit die Leitung der Abteilung übernommen hat. Vor allem an Tagen der technischen Einrichtung, in denen das neue Bühnenbild aufgebaut wird, bekommt das Team um Glombik einen ganz neuen Zeitdruck zu spüren.

Trotz dieser Anstrengungen ist er  von den Möglichkeiten der Ausweichspielstätte begeistert. Ob Catwalk, Arena oder der klassische Guckkasten -  die drei verschiedenen Bühnenvarianten bieten eine Menge neuen Spielraum. Außerdem liegt das Lichtpult nun hoch über dem Zuschauerraum, was den Männern eine viel bessere Einsicht auf die Bühne bietet – im Gegensatz zum Schloss, in dem sie nur vom Bühnenrand aus dem Geschehen folgen konnten.

Erst vor wenigen Wochen hatte Glombik den sanierten Zuschauerraum im Schloss zum letzten Mal besichtigt. In der nächsten Spielzeit erwartet ihn dort ein Equipment, das sich auf dem neuesten Stand der Technik befindet. Trotzdem möchte er sich nicht festlegen, wo ihm das Arbeitsumfeld besser gefällt. „Wahrscheinlich werden die Kollegen erst in einem halben Jahr feststellen, was sie für ein tolles Ausweichquartier in unserer Residenzhalle gefunden haben“, lautet seine Prophezeiung für die Mitarbeiter, die schon jetzt den Umzug ins Schloss herbeisehnen.

Mit dem Ende des Spielbetriebes im Juni steht Glombik und seinen Männern der letzte Kraftakt bevor: knapp drei Wochen wird es dauern, alle Scheinwerfer und Kabel abzubauen. Bis dahin liegen jedoch noch vier Produktionen vor dem Beleuchtungsmeister und vor allem die Vorfreude auf die Reaktionen der langjährigen Theatergänger, wenn sie zum ersten Mal das neu renovierte Schloss betreten.  „Die dürfen auf jeden Fall gespannt sein. Sieht ja jetzt alles ganz anders aus!“

(download)

NEU! Ich packe meinen Koffer und nehme mit…

In unserer Reihe „Ich packe meinen Koffer und nehme mit…“ befragen wir Mitarbeiter des Schlosstheaters künftig dazu, welche neuen Erfahrungen sie  in der Ausweichspielstätte gesammelt haben, welche Erwartungen sie an die Rückkehr ins Schloss haben oder  – ganz einfach - ohne welche Gegenstände sie die Residenzhalle nicht mehr verlassen wollen. Der Erste, der unsere Fragen beantwortet, ist der Assistent des Technischen Leiters, Sebastian Mall.

 

Herr Mall, in absehbarer Zeit zieht das Schlosstheater mit Sack & Pack zurück ins Celler Schloss. Was nehmen Sie an Erfahrungen, Erwartungen oder Gegenständen mit ins Schloss?

 

„Es wird ganz bestimmt eine Herausforderung, die komplexen Konstruktionen der kleineren Bühnenbilder im Schloss angemessen zu verstauen. Außerdem liegt mein neues Büro im 7. Stock, vielleicht wird das ja in Zukunft meine Kondition ein wenig steigern. Was ich aber auf jeden Fall mitnehmen werde, ist mein Laptop und meine Kaffeetasse – zwei Gegenstände, ohne die ich nicht arbeiten kann!“

Hengstparade

Der Mottenklopper im Gespräch…

Als sich Polsterer Hans-Dieter Mehring an einem Vormittag im Celler Schloss wie gewohnt seiner Arbeit widmete, verlieh ihm ein Tischlerkollege kurzerhand den Spitznamen „Laki“ – dadurch inspiriert, dass Mehring Wände mit Laken bespannte. Heute, zwanzig Jahre später, verfolgt ihn dieser Name immer noch.

 „Den werde ich nicht mehr los“, seufzt er am Anfang unseres Gespräches, „aber dafür habe ich auch schon ordentlich Spitznamen verteilt!“

Das Interview mit dem Polsterer ist der Beginn einer Reihe, in der Mitarbeiter aus den verschiedensten Abteilungen des Theaters zu ihren Erfahrungen mit der neuen Situation in der Übergangsspielstätte befragt werden. Seit nunmehr 33 Jahren arbeitet Mehring am Schlosstheater Celle und hat somit alle Höhen und Tiefen, die die letzten Jahrzehnte mit sich gebracht haben, hautnah miterlebt. Schmunzelnd erinnert er sich an die Zeiten zurück, als seine Werkstatt noch im Schloss lag: „Unter mir lag der Malersaal und im Raum neben mir haben die Schauspieler während der Proben ihre Hunde untergebracht. “

Als vor 14 Jahren der Konzertsaal über der Polsterei in eine Probebühne umgewandelt wurde, und dadurch langsam immer mehr Putz in der beschaulichen Werkstatt Mehrings von der Decke rieselte, wurde schließlich eine Entscheidung gefällt: die Polsterei sollte in die Residenzhalle umziehen, in der schon Tischlerei und Schlosserei untergebracht waren.

So gestaltete sich die Verlegung des Theaterbetriebes in die Übergangsspielstätte im vorletzten Jahr relativ unkompliziert für den Polsterer, da ihm die Strapazen des Umzuges im Gegensatz zu vielen anderen Abteilungen erspart blieben. Allerdings bekommt Mehring nun die Vorbereitungen auf den Rückumzug zu spüren; momentan restauriert er insgesamt 13 barocke Stühle und zwei Sofas für den „Wandelgang“, der im neu restaurierten Schloss entstehen soll.

„Natürlich ist es schön, die Mitarbeiter aus den anderen Abteilungen jetzt häufiger um sich zu haben. Aber man merkt schon, dass es im Gegensatz zu früher nun hektischer auf den Fluren zugeht“, kommentiert er die neue Arbeitssituation.  Ein klein wenig freut er sich schon darauf, dass es in der neuen Spielzeit wieder ruhiger wird. Es sei dann einfach weniger beengt auf dem Gelände der CD-Kaserne und somit leichter, sich auf seine Arbeit zu konzentrieren.

 

Jasmin Wellnitz, FSJ Kultur

 

(download)

Rundum gelungen

 

 

Ungefähr 150 Besucher zeigten beim Aus Alt mach Neu - A(u)ktionstag in der vergangenen Woche ihr Interesse am Schlosstheater. Informationen über den Fortschritt der Erneuerungsmaßnahmen wurden da ebenso wissbegierig aufgesogen wie ein chronologischer Abriss der Theatergeschichte. Anschauliche Vorträge von Wesko Rohde, dem technischen Leiter des Schlosstheaters, und der Gastrednerin Juliane Schmieglitz-Otten, Leiterin des Residenzmuseums, boten ein harmonisches Gesamtbild für die Zuhörerschar.

Fragen blieben da kaum offen. Dahingegen hörte man dann und wann ein erstauntes Raunen durch die Menge huschen,  wenn bisher nicht veröffentlichte Details  von der Baustelle „Schlosstheater“ preisgegeben wurden. Über das neue Nutzungskonzept verriet Rohe: „Wir wollen erfahrbar machen, dass wir in einem besonderen Gebäude sind.“ Modernes und Altes soll zukünftig gemeinsam präsentiert werden, so werden z. B. in neu eingezogenen Treppenzügen Einblicke in alte Kamine gewährt oder gar das Rund des alten Borgturms mittels einer besonderen Ausleuchtung betont. Das Innenleben des Theaters ist mit Fertigstellung im Sommer 2012 komplett neu gestaltet, lediglich der Kern des alten Theaters bliebe erhalten. Bei den Bauarbeiten entdeckte man neben den Unterschriften von Handwerkern aus den verschiedensten Jahrzehnten, alte Stromkabel hinter Wandverkleidungen, die dort die letzten hundert Jahre schlummerten. Statisch sei das Gebäude nun abgesichert, die akustischen und klimatischen Bedingungen auf der Höhe der Zeit. Auf die Technik an den Geländern könne zukünftig dank einer neuen Betondecke, an der die Beleuchtungs- und Belüftungstechnik hänge, nun verzichtet werden. Wie bei einer Choreografie fahren diese computergesteuerten Elemente pünktlich zu Vorstellungsbeginn aus der Decke. Bis dahin fällt das Tageslicht durch große Fenster ins Innere – händisch zu schließende Fensterläden lassen den Zuschauer beizeiten in den Theaterraum fahren.  Auch in punkto Bühnentechnik ändert sich einiges: Die Bühne beherbergt direkt über dem Zugang des Borgturms eine neue Drehbühne mit einem Durchmesser von vier Metern.  Mithilfe von 21 Maschinenzügen und 8 Punktzügen ist es ab Spielzeitbeginn möglich jede Geometrie des Raumes mit Bühnendekoration zu versehen, jeder Quadratzentimeter wird nun genutzt. Die Räumlichkeiten rund um die Bühne sind im Laufe der Zeit auf ein Niveau angehoben worden – diese Etage diente als Orientierung für die Einteilung der anderen Geschosse. Die bereits erwähnten neuen Treppenzüge im Nordwest-Turm bieten neben einem 2. Fluchtweg den Anschluss an sieben Etagen – insgesamt handelt es sich um einen Zugewinn von 325 qm Fläche durch das Einziehen neuer Etagen. 140 Quadratmeter davon konnten u. a. aufgrund der Verlegung der Dramaturgie in andere Räumlichkeiten als Publikums- und Pausenräume gewonnen werden. Das Stuck-Deckenprogramm dieses neuen Wandelgangs wurde frisch restauriert und mit einem Airbrush-Film farbig angeglichen. Neu ist außerdem die zweite Studiobühne, welche eine Erweiterung der kulturellen Infrastruktur darstellt. Diese Veränderungen bedeuten eine komplett neue Logistik. Die Fertigstellung des Theaters erfolgt, so Rohde, von oben nach unten.

Juliane Schmieglitz-Otten ergänzte die Worte des Technischen Leiters, indem sie die Besucher des „Aus Alt mach Neu – A(u)ktionstages“ für die Geschichte des Celler Schlosses sensibilisierte. Über Jahrhunderte hinweg entwickelte sich das Schloss von einem Borgturm, der im Jahre 1292 als eine von vielen Burgen begründet wurde, hin zu der Vierflügelanlage, die wir kennen. Der Ausbau zur Residenz im 15. Jahrhundert bewirkte, dass repräsentative Räumen wie die Kapelle oder ein Festsaal (Rittersaal) angelegt wurden. In ihm fand im Jahr 1653 mit „Die triumphierende Liebe“ die  Uraufführung eines der ältesten Bühnenstücke Deutschlands statt. Heute ist der spätmittelalterliche Rittersaal der älteste erhaltene Festsaal Norddeutschlands.

Als unter Herzog Georg Wilhelm das Schloss zu einer Vierflügelanlage umgebaut wurde, bekam es nicht nur nach außen ein einheitliches Erscheinungsbild, sondern ein eigenes Theater nach italienischem und französischem Vorbild. Darin flanierte man früher – so berichtet die Leiterin des Residenzmuseums – durch die barocken Paradegemächer ins Theater. Das diente einerseits der fürstlichen Repräsentation, andererseits stellte es den Rang des Hauses dar. In Theatern jener Zeit hatte nur der Fürst den zentralen Blick auf die Bühne, die restlichen Gesellschaftsmitglieder platzierte man gemäß der Adelshierarchie um den Fürsten herum. Da das barocke Theater damals keine Sitzplätze im unteren Bereich hatte – verriet Juliane Schmieglitz-Otten - war man als Teil des höfischen Gesellschaft auch Teil des Theaters. Das Residenzmuseum und das Theater so schloss unsere Gastrednerin ihren Vortrag, haben vieles gemeinsam. Sie teilen sich nicht nur ein Haus – die ältest erhaltene Welfenresidenz – sondern setzen u.a. moderne Mittel bei der Präsentation der Geschichte des Hauses/des Theaters ein. Historische Spuren werden dokumentiert - die Geschichte wird vermittelt und dadurch lebendig. Authentizität spielt dabei eine große Rolle.

Rund um die Vorträge herum rankten sich ein Theatermarkt, bei dem interessierte Besucher dem Theatervorstand, der Dramaturgie und Theaterpädagogik, (Vorstands-)Mitgliedern des Theatervereins und Vertretern des Kammermusikrings in Kaffeehaus- Atmosphäre die eine oder andere Frage stellen konnten. Von insgesamt 89 Versteigerungsobjekten wechselten bei der Silent Auction beinah alle den Besitzer. Ensemblemitglied Hartmut Fischer und die Initiatorin der Veranstaltung, Alexandra Socher (Marketing, Fundraising, Theaterverein – im Schlosstheater Celle) – moderierten gekonnt die Veranstaltung. Der Erlös der Auktion sowie die Eintrittsgelder bescherten unserem Generationenprojekt DOPPELHERZ 2500 Euro Taschengeld. Kuriosität des Tages: ausgerechnet das Objekt, was wir nicht versteigern wollten, ging letzten Endes für das höchste Gebot weg.

Eine Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des Theatervereins.

(download)

Aus Alt mach Neu – A(u)ktionstag war ein voller Erfolg

Bilder, die zum Rätseln einladen...

Die Vorbereitungen auf den „Aus Alt mach Neu – A(u)ktionstag“ am Sonntag laufen auf Hochtouren. Es ist uns gelungen, ein buntes Sammelsurium von insgesamt 89 Objekten aus Requisite, Fundus und Interieur des Schlosses anzusammeln, welche sie am Sonntag bei unserer „Silent Auction“ ersteigern können. Die beigefügten Bilder zeigen jeweils nur einen Ausschnitt von den Versteigerungsobjekten und liefern Ihnen so einen kleinen Vorgeschmack. Wenn Sie aber wissen wollen, was Sie nun genau bei der „Silent Auction“ erwartet, besuchen Sie uns doch am 26. Februar 2012 von 11-14 Uhr in der Residenzhalle. Wir freuen uns auf Sie! 

 

Jasmin Wellnitz, FSJ Kultur

 

(download)